Kathryn Nixdorff war emeritierte Professorin für Mikrobiologie und Genetik an der Technischen Universität Darmstadt. Parallel zu ihrer akademischen Laufbahn setzte sie sich für verantwortungsvolle Forschung in den Lebenswissenschaften ein und engagierte sich als aktives und hochangesehenes Mitglied der NGO-Gemeinschaft im Umfeld des Biowaffenübereinkommens (BWÜ) stark für die Kontrolle solcher Waffen. Sie leistete einen entscheidenden Beitrag zur Integration der Friedensforschung in die Biologie, unter anderem als Gründungsmitglied der „Interdisziplinären Arbeitsgruppe für Wissenschaft, Technologie und Sicherheit (IANUS)“ an der TU Darmstadt, als langjährige Vorsitzende der Arbeitsgruppe „Abrüstung und Nichtverbreitung chemischer und biologischer Waffen“ sowie im internationalen Nichtregierungsorganisationsnetzwerk „Projekt zur Prävention von Biowaffen (BWPP)“.

Fast vier Jahrzehnte lang befasste sie sich mit Fragen der Kontrolle biologischer Waffen, insbesondere mit der Rolle wissenschaftlicher und technologischer Entwicklungen in diesem Kontext. Auch nach ihrem Ruhestand engagierte sie sich weiterhin mit großem Einsatz für dieses Thema und für die Förderung der wissenschaftlichen Ausbildung im Bereich Biosicherheit. Sie veröffentlichte bis vor Kurzem Fachartikel, beispielsweise zur Biosicherheits-Governance im Rahmen des BWÜ und zur Verhinderung des Missbrauchs sicherheitsrelevanter Forschungsergebnisse in den Lebenswissenschaften.

Wir alle haben sehr von Kathryns profunden Kenntnissen profitiert und die Zusammenarbeit mit ihr über die Jahre sehr geschätzt. Wir werden sie vermissen und sie stets für ihre Weisheit, Bescheidenheit und Freundlichkeit in Erinnerung behalten. Mit ihrem Tod am 23. März 2026 verliert die naturwissenschaftliche Friedensforschung und die gesamte Gemeinschaft der biologischen Rüstungskontrolle eine hochgeschätzte Kollegin und eine sehr liebe Freundin.

FONAS trauert um Kathryn Nixdorff

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